28. Februar 2026

Nein ohne Wenn und Aber

Pressemitteilung

Seit Tagen, ja seit Wochen wird – provoziert durch den vorliegenden Gesetzentwurf zur Remigration und den von rechtsextremen Gruppierungen in Bozen geplanten Aufmarsch dazu – in Politik und Medien über Remigration gesprochen, diskutiert und „Für-und-Wider“ abgewogen. Damit haben die Promotoren einer solch unsäglichen Maßnahme schon erreicht, dass wir uns auf ein Gespräch darüber einlassen, dass die Vorstellung von eigentlich Unvorstellbarem in unser Denken und unser Herz einsickert, dass das Wort sich in unseren Wortschatz einnistet und sagbar wird. Wir tun gut daran, uns einem solchen Gespräch zu verweigern. Zu verbrecherischen Maßnahmen braucht es kein Gespräch über mögliche Bedingungen, über ein „Wenn und Aber“ oder ein „Vielleicht doch“, sondern nur ein entschiedenes Nein!

Als Christen sind wir uns bewusst, dass mit der Menschwerdung Gottes die Möglichkeit in die Welt gekommen ist, in jedem Menschen, unabhängig von seiner ethnischen Zugehörigkeit oder anderen Kategorisierungen, das „Antlitz Christi“ zu sehen. Eine Botschaft, die vielleicht auch überfordert, die aber immun macht gegenüber blinden Sündenbockmechanismen. Eine Botschaft, die frei macht zu einem bewussten „Nein“ gegenüber menschenverachtender Politik.

Der Vorstand des Katholischen Forums / Sonja Reinstadler, Roland Feichter, Christian Wenter, Angelika Mitterrutzner, Irene Vieider, Franz Tutzer.

17. Februar 2026

„Kehrt um…“ Ein Aufruf des Katholischen Forums zur Fastenzeit.

Pressemitteilung vom 17.Februar 2026

Mit dem Beginn der Fastenzeit laden uns kirchliche und nicht-kirchliche Organisationen direkt und über Medien ein, unseren individuellen Konsum zu reduzieren, Alkohol und Kalorien einzuschränken oder auf die übermäßige Nutzung digitaler Medien zu verzichten. Da ist nichts Falsches dran.
Ein nüchterner Blick auf unsere Zeit und ihre Gefährdungen mutet uns allerdings mit dem aus dem Markusevangelium überlieferten „Keht um“ sehr viel mehr zu und fordert uns auf, unser Verständnis des Fastens auch politisch zu verstehen. In diesem Sinn bedeutet Fasten, eine Haltung einzuüben, die unmissverständlich „nein“ sagt

  • zu allen Versuchen, das soziale Miteinander durch gezieltes Schüren von Vorurteilen, von Hass und Misstrauen gegenüber Fremden, sozial Schwachen und anderen Randgruppen zu vergiften;
  • zu einer politisch und medial immer noch positiv vermittelten Haltung des „Immer mehr, immer schneller und immer besser“;
  • zu Maßlosigkeit im Umgang mit belebter und unbelebter Natur und Mitwelt;
  • zu einem blinden Machbarkeitswahn und einer kritiklosen Akzeptanz von Technologien, die den Menschen überwältigen und zu einem bloßen Anhängsel technischer Systeme degradieren;
  • zu einer schamlosen Vergötzung von Reichtum, Erfolg und Macht.

Ein solches Fasten zeigt sich auch in bewusst gelebten Formen des individuellen und gesellschaftlichen Maßhaltens und Verzichtens. Ein solches Fasten übt das soziale „Zuhören“ ein und befreit zur Gastfreundschaft gegenüber dem Fremden, den Armen und ganz allgemein gegenüber den „Anderen“. Dies bleibt die Grundlage einer lebensfreundlichen Gesellschaft.

In den Beginn der heurigen Fastenzeit leuchten zwei Persönlichkeiten aus unserer jüngeren lokalen Geschichte herein. Es sind dies der Selige Joseph Mayr Nusser, dessen Todestages wir am 24. Februar gedenken, und Alexander Langer, der am 22. Februar 80 Jahre alt geworden wäre. Joseph Mayr Nusser hat zu einem menschenverachtenden Regime ein klares Nein gesagt, Alexander Langer hat sein politisches Handeln dem Maßhalten, dem ökologischen Umdenken und einer Haltung des „Genug“ gewidmet. Sie können uns in der heurigen Fastenzeit Orientierung bieten.

Der Vorstand des Katholischen Forums / Sonja Reinstadler, Roland Feichter, Werner Atz, Angelika Mitterrutzner, Irene Vieider, Franz Tutzer.